Stoizismus als pädagogisch / praktische Philosophie

 

Abbildung des Kapitols im alten Rom

Praktische Wege in ein gutes Leben ...

beinhalten das grundsätzliche Wissen über die Lehre des modernen Stoizismus als pädagogisch / praktische Philosophie. Aber auch der, dieser Lehre zugrunde liegenden Weisheit. Sie ermöglicht es uns mit Unterstützung der stoischen Ethik, die für uns und unser Leben, richtigen Entscheidungen treffen zu können.

 

Das bedeutet, dass es mit der Aneignung von Wissen alleine nicht getan sein wird. Genauso wichtig wie das Wissen um die Lehren der Stoa ist die Weisheit, diese Lehre durch Handlung in unser Leben umzusetzen und zu integrieren. 

 

 


Stoische Weisheiten: Umgang mit Emotionen

 

Amor fati - Liebe dein Schicksal

 

Bei Amor fati geht es um die Erfahrung des Lebens an sich; d.h. um die Präsenz und Ausrichtung des Lebens im Hier und Jetzt. Dabei ist Amor fati  mehr als nur ein geneigtes  Annehmen des Schicksals. Es ist vielmehr eine wirkliche Liebe und Akzeptanz den Dingen gegenüber, die das Leben für uns bereit hält - in dem Bewusstsein, dass unser Leben einer größeren Ordnung unterliegt. Auch wenn wir im Augenblick der Krise die Chance bzw. Botschaft die dahinter steht, (noch) nicht unbedingt erkennen können:

 

"Und so möchte ich dich bitten, so gut ich es kann Geduld zu haben für alles Ungelöste in deinem Herzen und zu versuchen,  die Fragen selbst zu lieben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer fremden Sprache geschrieben sind. Forsche jetzt nicht nach Antworten, die dir nicht gegeben werden können, weil du sie  nicht leben könntest. Denn es handelt sich darum, alles zu leben. Lebe jetzt die  Fragen. Vielleicht lebst du dann allmählich,  ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein."  - Rainer Maria Rilke (1875-1926): Briefe an einen jungen Dichter - 

 

Erst in der wirklichen Liebe und Akzeptanz dessen was das Leben für uns bereit hält, ist es uns möglich die Verbundenheit des Einzelnen mit allem, was im Universum geschieht, zu  erkennen. Dieser Lehre liegt die Annahme der Stoiker zugrunde,  dass wir in einem deterministischen  d.h. schicksalhaften  Universum leben. Dabei geht es für den einzelnen Menschen nicht darum, Lebenskrisen zu  vermeiden,  sondern diese als zum Leben dazugehörig anzuerkennen und anzunehmen. So fällt es uns leichter, Krisen als Chance für unsere Weiterentwicklung zu begrüßen und mit den uns vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zu bewältigen.

 

VERLANGE NICHT, DASS ALLES SO GESCHIEHT,  WIE DU ES 

WÜNSCHEST, SONDERN WOLLE, DASS ALLES SO GESCHIEHT,

WIE ES GESCHIEHT, UND ES WIRD DIR GUT GEHEN,

 

denn ... NICHT DIE DINGE BEUNRUHIGEN DIE MENSCHEN,

SONDERN IHRE MEINUNGEN ÜBER DIE DINGE

 

- Epiktet - 

 

Sind wir in der Lage, die Botschaft, von Amor fati wirklich zu verstehen und in unser Leben umzusetzen, so kann

dies eine enorme Veränderung für uns und unser Leben bedeuten; denn Amor fati hat das "Glück",  nachdem die meisten von uns so ausdauernd suchen, schon im Gepäck. Um dies zu verstehen, bedarf es wahrscheinlich einiger Zeit, in der  wir Amor fati  in unser Leben integrieren, damit  es seine  Wirkung für  uns und  unser Leben spürbar macht. Dabei beinhaltet die Liebe zum Schicksal eine umfassende Akzeptanz von allem, was geschehen ist, was gerade geschieht und was noch geschehen wird. Was Amor fati  uns sagen will, ist recht gut zu verstehen, jedoch eine Herausforderung für jeden Einzelnen, der diese Lehre in seinem Leben umsetzen will.

Im Buddhismus spricht man von Erleuchtung, wenn der Mensch erkennt, mit allen Dingen voller Vertrauen verbunden zu sein (d.h.,  wenn er der  Aufhebung der Dualität gewahr wird)  und dadurch in der Lage ist, alles als zu seinem Leben als dazugehörig anzunehmen. 

 

Dies kann mit dem folgenden Bild noch verdeutlicht werden:

 

WENN EIN HUND, DER AN EINEN WAGEN FESTGEBUNDEN IST, MITLAUFEN WILL,

DANN WIRD ER EINERSEITS GEZOGEN UND ANDERERSEITS JEDOCH LÄUFT ER MIT.

ER HANDELT ALSO FREIWILLIG UNTER ZWANG. WILL ER ABER NICHT MITLAUFEN, IST

ER UNAUSWEICHLICH DEM ZWANG AUSGELIEFERT. DASSELBE GILT WOHL AUCH FÜR

DIE MENSCHEN. DENN AUCH WENN SIE NICHT WOLLEN, WERDEN SIE UNAUSWEICH-

LICH DAZU GEZWUNGEN; SICH DEM SCHICKSAL ZU FÜGEN. - Zenon v. Kition - 

 

 

Ängste: Der Weg aus der Angst führt in die Angst hinein

 

ES GIBT MEHR DINGE AUF DER WELT, DIE WIR FÜRCHTEN,

ALS DINGE, DIE UNS WIRKLICH ZERSTÖREN. WIR LEIDEN VIEL

ÖFTER IN UNSERER VORSTELLUNG ALS IN DER REALITÄT ...

 

denn: KEIN ÜBEL IST SO GROSS, WIE DIE ANGST DAVOR:

 

- Seneca -

Die chinesische Fingerfalle

 

Die chinesische Fingerfalle ist eine in der Regel aus feinen Bambusfasern gewebte Röhre, mit der man die folgende, aufschlussreiche - Übung machen kann. (Anm.: Sie kann als begleitendes Instrument in Therapiesitzungen, aber auch als unterhaltendes Element im geselligen Kreis Anwendung finden.)

 

Hierfür reicht man die Röhre einer Person mit der Bitte, jeweils einen Zeigefinger in die Öffnungen am Ende der Röhre hineinzustecken. Befinden sich die Finger in der Röhre, wird die Person gebeten, sich wieder aus der Röhre zu befreien, ohne den Gegenstand zu beschädigen. Meist geht die Versuchsperson davon aus, dass sich die Finger genauso leicht herausziehen lassen, wie sie hineingekommen sind. Jedoch zieht sich die Röhre bei dem Versuch ihr wieder zu entkommen zu, die Finger stecken fest. Und je mehr gezogen wird, desto enger zieht sich die Fingerfalle zu. 

Versucht die Person nun mit Vernunft und Logik eine Lösung zu finden und die Finger aus der Röhre zu ziehen, scheitert sie und die Falle zieht sich nur noch mehr zu. Dabei ist die Lösung des "Fingerfallenrätsels" auf den 1. Blick alles andere als logisch: Erst wenn wir inne halten und die missliche Situation akzeptieren, in die wir da geraten sind, zieht sich die Falle nicht weiter zu. Wenn wir nun die Finger - statt zu ziehen, weiter in das Innere der Röhre schieben, weitet sie sich wieder und die hineingesteckten Finger können problemlos herausgezogen werden. (Anm.: Da wo wir mit Logik nicht weiterkommen, zeigt sich die Lösung oft im Paradoxon.)

 

 

Umgang mit Ängsten

 

Schauen wir uns unseren Umgang mit Ängsten an, so können wir erkennen, dass unsere Handlungsweise, uns genau in die oben beschriebene Situation hineinführt: Je verzweifelter wir versuchen der Angst zu entkommen, je stärker hält sie uns gefangen. Meist dauert es nicht lange und wir bekommen Angst vor der Angst - die "Angstfalle"  hat sich zugezogen. 

Spreche ich von einer "Angstfalle", so gilt es zu erkennen, dass sich hier - eine zum Zeitpunkt des Auftretens der Symptome, eine Angst zeigt, hinter der keine Ursache zu erkennen ist, die eine sofortige Handlung im jeweiligen  Augenblick erfordert, um Leib und Leben zu retten. Wir haben es  vielmehr mit starken, unbewusst erinnerten Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen zu tun, die aus der Vergangenheit aufsteigen, deren Ursprünge (zurückliegende negative Erfahrungen, die im Unterbewusstsein abgespeichert sind und nach Heilung suchen, Anm.),  im Bewusstsein jedoch nicht mehr abrufbar sind. 

 

Diese, sich auf der körperlichen Ebene manifestierenden Empfindungen sind oft so elementar und unangenehm, dass wir im Laufe der Zeit gelernt haben, diesen Empfindungen aus dem Weg zu gehen, indem wir entsprechende Situationen künftig versuchen zu vermeiden. Jedoch führt die Vermeidungshaltung dazu, dass sich die Angstgefühle weiter verstärken - dies gilt es zu vermeiden - aber wie?

 

Wie lässt sich die oben geschilderte Lösung des Problems der "Fingerfalle" auf die "Angstfalle" übertragen? 

 

 

Begegne deiner Angst mit Wohlwollen

 

Die Menschen haben vor vielem Angst. Ob es sich dabei um eine Angst handelt, die von anderen Menschen nachvollzogen werden kann oder auf Unverständnis stößt, spielt für die Intensität der Angst keine Rolle. Jedoch werden die Angstsymptome im Laufe der Zeit für die Betroffenen so einschränkend, dass die Lebensqualität darunter leidet und sie die Angst einfach nur noch loswerden wollen - egal wie. Das ist sehr verständlich - jedoch leider kontraproduktiv. 

 

Da die meisten Menschen im Laufe der Zeit eine Angst vor der Angst entwickeln, laufen sie vor ihr davon. (Anm.: Beispiele hierfür können sein: übermäßiger Alkoholkonsum, Drogen, Kaufsucht, Esssucht, Schönheitswahn,  Vergnügungssucht, also Ablenkungen jeder Art.) So nehmen sie sich die Chance ihrer Angst mit Wohlwollen zu begegnen, sie kennenzulernen und ihre Botschaft zu verstehen. Denn wenn wir unsere Angst ignorieren, sie nicht wahrnehmen und spüren wollen, wird ihre Intensität umso stärker. Für uns und unseren Umgang mit der Angst bedeutet dies: Der Weg aus der Angst, führt in die Angst hinein - die Angst will von uns gesehen werden;  nur so kann Heilung geschehen. Denn wie willst du von etwas den Ausgang finden, wenn du nicht vorher hineingegangen bist.

 

 

 Bald geht es weiter - schau doch noch einmal vorbei!

 

 

 

 

Du hast noch Fragen oder Anregungen im Hinblick auf die, auf meiner Seite vorgestellten Themen? 

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 stoische Achtsamkeit

 

 

Gelassenheit vs. Gefühle und Emotionen

 

Schon seit Zeitengedenken sind es die Gefühle, die das "Schicksal" der Menschen bestimmen. Sie entscheiden nicht nur über das Empfinden von Glück und Unglück des einzelnen Menschen sondern auch über das Leben und die Ausrichtung einer Gesellschaft.

 

 

Wie sie entstehen (und wieder vergehen)

 

Bewertungen

 

Blick zurück in die Vergangenheit (Wut, Zorn)

 

 

Blick nach vorne in die Zukunft (Ängste, Sorgen)

 

Achtsamkeit

 

Meditation

 

 

 

 

Was in unserer Macht liegt und was nicht / Das Leben annehmen

 

 

 


Übungen: Stoische Lehre als Medizin für die Seele